„Ausfahrt LEBEN!” - Wege aus der Strafauffälligkeit – ein Modellprojekt in Münster

Situations- und Problembeschreibung:
Der Weg vom „abweichenden Verhalten“ Jugendlicher wie Ruhestörung oder Schule schwänzen in die Strafauffälligkeit ist kurz. Problematisch wird es dann, wenn Straftaten als Erfolg erlebt werden. Dies fördert das Weitermachen (Weyler, 1999). Laut einer aktuellen Studie der Universität Konstanz „Jugendkriminalität in Deutschland“ aus dem Jahr 2012 sind die häufigsten Straftaten, die von Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren begangen werden, fahrlässige oder vorsätzliche Körperverletzung, Ladendiebstahl und Schwarzfahren. Wenn schwerwiegende Gewaltdelikte vergleichsweise einen geringen Prozentsatz ausmachen, so bedürfen die Straftaten Jugendlicher und junger Erwachsener doch besonderer Aufmerksamkeit: Jugendliche dieser Zielgruppe sind nicht nur „Gefährder“, sondern auch im Blick auf ihre Zukunft gefährdet.

In Münster – dem Standort dieses Modellprojekts - gibt es wie an vielen anderen Orten auch bereits Maßnahmen der primären Prävention. Vorrangig in Schulen ist das Thema der Gewalt- und Kriminalitätsprävention, dort in Form von AGs und Aktionstagen präsent. Es erweist sich aber als schwierig, bereits straffällig oder gefährdete Jugendliche - außerhalb verpflichtender gerichtlicher Maßnahmen - in vorbeugende Projekte einzubinden. Eine weit verbreitete ablehnende Haltung gegenüber „verordneten“ Maßnahmen erschwert eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den Taten und ihrer Bedeutung für sich selbst, für andere und die Gesellschaft. An diesem Punkt setzt das Modell mit seinem künstlerisch-kreativen Ansatz an.

Zielgruppe und Ziel/ Auftrag:
Das Vorhaben wendet sich an straffällige und strafauffällig-gefährdete Jugendliche und junge Erwachsene, besonders aus dem „Milieu“. Das Modellprojekt ermöglicht ihnen eine kreative Auseinandersetzung mit sich selbst und den ggf. von ihnen ausgehenden Straftaten wie Bedrohung, Raub, Körperverletzung und Diebstahl. Ziele sind, eine Verfestigung des als Erfolg erlebten Verhaltens zu verhindern, individuelle Wege aus der Straf(auf)fälligkeit zu vermitteln und auch anderen Menschen aus dem Umfeld der Täter Einsichten und ggf. Bereitschaft zu Veränderungen aufzeigen. Das Projekt motiviert Jugendliche und Heranwachsende, Verantwortung für sich selbst und die Wirkungen des eigenen Handelns zu übernehmen. Nachgewiesen wird dies mit dem Kompetenznachweis Kultur (KNK), den die Teilnehmenden erwerben können.

Inhalt:
Bewusst wird hier ein anderer Zugang als in vielen anderen kriminalpräventiven Trainings bzw. Interventionsmaßnahmen für strafauffällige Jugendliche und junge Erwachsene gewählt. Stets erweist es sich als schwierig, einen emotionalen wie rationalen Zugang zu den Jugendlichen - als wichtige Grundlage für die Erkenntnis ihres Handelns und seiner Bedeutung für andere - zu gewinnen. Im Projekt wird daher ein kreativer Reflexionsraum geschaffen, der den Weg hin in Straffälligkeit, die Folgen für das eigene und für das Leben der Opfer und die daraus resultierenden Konsequenzen aufzeigt und kritisch beleuchtet. Taten und Entscheidungen werden aus heutiger Sicht mit Blick auf die aktuelle Lebenssituation des einzelnen Jugendlichen einer gemeinsamen Analyse unterzogen. Die Teilnehmenden entwickeln auf Basis der eigenen Erfahrungen und gewonnener Einsichten individuelle Theaterszenen, Songs und Filmsequenzen, die allmählich zu einem Musiktheaterstück zusammengesetzt und an einem öffentlichen Ort wie dem „Skaters Palace“ in Münster präsentiert werden.

Beteiligte:
VIP - Verein sozial-integrativer Projekte e.V. in Münster, Hauptschule Waldschule Kinderhaus, Adolph-Kolping-Berufskolleg, Richard-von Weizäcker-Schule/ Jugendhilfe der Stadt Münster.

Zeitraum:
2014 – 2015

Durchführungsort:
Münster

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